TECHNISCHE UNIVERSITÄT DRESDEN

Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften


D I P L O M P R Ü F U N G S O R D N U N G

für den Studiengang
P H Y S I K

vom 23.11.94

in der geänderten Fassung vom 15.05.96

Auf der Grundlage des § 29 Sächsisches Hochschulgesetz erläßt die Technische Universität Dresden die folgende Diplomprüfungsordnung.

Diese Ordnung wurde vom Senat der Technischen Universität Dresden am 13. Juli 1994 bestätigt , vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit Erlaß vom 27. Juli 1994 genehmigt und durch die Satzung vom 15. Mai 1996 geändert.

Die Änderungssatzung wurde vom Senat der Technischen Universität Dresden am 14. Februar 1996 beschlossen und vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit Erlaß vom 24. April 1996 genehmigt.

INHALTSVERZEICHNIS

1. Abschnitt: Allgemeines
§ 1 Zweck der Diplomprüfung
§ 2 Diplomgrad
§ 3 Regelstudienzeit, Studienaufbau, Umfang des Lehrangebots
§ 4 Aufbau der Prüfungen, Prüfungsfristen
§ 5 Prüfungsausschuß
§ 6 Prüfer und Beisitzer
§ 7 Anrechnung von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen
§ 8 Versäumnis, Rücktritt, Täuschung, Ordnungsverstoß
§ 9 Bewertung von Prüfungsleistungen, Bildung der Noten
§ 10 Wiederholung von Prüfungen
§ 11 Mündliche Fachprüfungen
§ 12 Schriftliche Fachprüfungen
§ 13 Leistungsnachweise
2. Abschnitt: Diplom - Vorprüfung
§ 14 Ziel, Umfang und Art der Diplom-Vorprüfung
§ 15 Zulassungsvoraussetzungen
§ 16 Zulassungsverfahren
§ 17 Bestehen der Diplom-Vorprüfung
§ 18 Zeugnis
3. Abschnitt: Diplomprüfung
§ 19 Umfang und Art der Diplomprüfung
§ 20 Zulassung
§ 21 Diplomarbeit
§ 22 Annahme und Bewertung der Diplomarbeit
§ 23 Zusatzfächer
§ 24 Bewertung der Prüfungsleistungen, Bildung der Noten und Bestehen der Diplomprüfung
§ 25 Zeugnis
§ 26 Diplomurkunde
4. Abschnitt: Schlußbestimmungen
§ 27 Gültigkeit der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung
§ 28 Einsicht in die Prüfungsakten
§ 29 Sonderregelungen
§ 30 Widerspruch
§ 31 Einführungsbestimmungen



Anlagen zur Diplomprüfungsordnung
Anl. 1 Nichtphysikalisches Wahlpflichtfach im Grundstudium
Anl. 2 Lehrveranstaltungen, auf deren Gegenstände sich die Fachprüfungen der Diplom-Vorprüfung beziehen
Anl. 3 Physikalische Wahlpflichtfächer
Anl. 4 Nichtphysikalisches Wahlpflichtfach im Hauptstudium
Anl. 5 Lehrveranstaltungen, auf deren Gegenstände sich die Fachprüfungen der Diplomprüfungeziehen
Anl. 6 Studium generale

1. Abschnitt: A L L G E M E I N E S

§ 1

Zweck der Diplomprüfung

Die Diplomprüfung bildet den berufsqualifizierenden Abschluß des Diplomstudienganges Physik. Durch die Diplomprüfung soll festgestellt werden, ob der Kandidat 1) die Zusammenhänge des Faches überblickt, die Fähigkeit besitzt, wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse anzuwenden, und die für den Übergang in die Berufspraxis notwendigen gründlichen Fachkenntnisse erworben hat.

§ 2

Diplomgrad

Auf Grund der bestandenen Diplomprüfung wird durch die Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften der akademische Grad "Diplom- Physiker" bzw. "Diplom-Physikerin" (abgekürzte Schreibweise: "Dipl.-Phys.") verliehen.

§ 3

Regelstudienzeit, Studienaufbau, Umfang des Lehrangebots

(1) Die Regelstudienzeit beträgt einschließlich der Diplomprüfung zehn Semester.

(2) Das Studium gliedert sich in der Regel in

  1. das viersemestrige Grundstudium, das mit der Diplom-Vorprüfung abschließt,
  2. das Hauptstudium, das einschließlich der Fachprüfungen und der Diplomarbeit sechs Semester umfaßt.


Insgesamt sind für die Stoffvermittlung acht Semester vorgesehen. Daran schließen sich zwei Semester an, die der weitgehend selbständigen Bearbeitung eines wissenschaftlichen Themas dienen und die eine dreimonatige forschungsbezogene Vorbereitung und Einarbeitung sowie die Anfertigung der Diplomarbeit mit einer Bearbeitungszeit von neun Monaten umfassen.

(3) Der zeitliche Gesamtumfang der für den erfolgreichen Abschluß des Studiums erforderlichen

Lehrveranstaltungen beträgt im Pflicht- und Wahlpflichtbereich höchstens 176 Semesterwochenstunden (SWS).

§ 4

Aufbau der Prüfungen, Prüfungsfristen

(1) Die Diplomprüfung folgt auf die Diplom-Vorprüfung. Die Diplom-Vorprüfung besteht aus mündlichen Fachprüfungen, die Diplomprüfung aus mündlichen Fachprüfungen und der Diplomarbeit. Fachprüfungen im nichtphysikalischen Wahlpflichtfach können auch schriftlich durchgeführt werden.

(2) In der Regel werden die Diplom-Vorprüfung (Inhalte in Anlage 2) im Anschluß an die Lehrveranstaltungen des Grundstudiums, die mündlichen Fachprüfungen der Diplomprüfung (Inhalte in Anlage 5) bis zum Ende des achten Semesters durchgeführt.

(3) Die Diplom-Vorprüfung wird frühestens nach dem zweiten und spätestens nach dem vierten Semester abgelegt.

(4) Die Diplomprüfung ist spätestens innerhalb von vier Semestern nach Ablauf der Regelstudienzeit abzulegen.

(5) Der Prüfungsanspruch erlischt, wenn der Student aus von ihm selbst zu vertretenden Gründen einschließlich etwaiger Wiederholungsprüfungen die Diplom-Vorprüfung nicht bis zum Ende des sechsten Semesters, die Diplomprüfung nicht innerhalb von sechs Semestern nach Abschluß der Regelstudienzeit erfolgreich abgeschlossen hat.

(6) Kann der Student wichtige Gründe nachweisen, die ihn an der Fristwahrung gemäß den Absätzen 3 bis 5 gehindert haben, entscheidet der Prüfungsausschuß auf Antrag des Kandidaten über eine angemessene Fristverlängerung.

(7) Die Fachprüfungen der Diplomprüfung können auch vor dem in Absatz 2 genannten Zeitpunkt abgelegt werden, sofern die auf das entsprechende Fach bezogenen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind. In diesem Fall gilt eine erstmals nicht bestandene Prüfung als nicht stattgefunden; eine bestandene Prüfung kann auf Antrag des Kandidaten zur Aufbesserung der Note einmal je Fach wiederholt werden. Gültig ist stets die bessere Note.

(8) Während einer Beurlaubung vom Studium, die an der Technischen Universität Dresden ausgesprochen wurde, können an dieser keine Prüfungsleistungen erbracht werden. Die Regelung nach § 10 (5) wird davon nicht berührt.

§ 5

Prüfungsausschuß

(1) Es wird ein Prüfungsausschuß für die Organisation der Prüfungen und die Bearbeitung der ihm durch diese Prüfungsordnung zugewiesenen Aufgaben gebildet.

(2) Der Prüfungsausschuß stellt sicher, daß die Bestimmungen der Prüfungsordnung eingehalten werden und daß in den festgesetzten Zeiträumen Leistungsnachweise erbracht und Fachprüfungen abgelegt werden können.

Der Prüfungsausschuß ist für die Anerkennung der Studienzeiten und der Studien- und Prüfungsleistungen nach § 7 (2) verantwortlich.

Der Prüfungsausschuß entscheidet über Widersprüche gegen in Prüfungsverfahren getroffene Entscheidungen und über Ausnahmen von den in dieser Prüfungsordnung genannten Fristen.

Der Prüfungsausschuß bestätigt auf Antrag des Studenten die Verlängerung der Regelstudienzeit entsprechend § 24 (5) SHG.

Der Prüfungsausschuß entscheidet über einen Antrag nach § 32 (2) SHG auf Erwerb des berufsqualifizierenden Abschlusses im externen Verfahren.

Der Prüfungsausschuß berichtet der Fachkommission regelmäßig über die Entwicklung der Prüfungen und der Studienzeiten, legt die Verteilung der Fach- und Gesamtnoten offen und gibt Anregungen zur Reform der Studien- und Prüfungsordnung.

(3) Entscheidungen des Prüfungsausschusses sind mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.

(4) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben das Recht, der Abnahme der Prüfungen beizuwohnen.

(5) Dem Prüfungsausschuß gehören an

3 Professoren,

1 Assistent oder wissenschaftlicher Mitarbeiter,

1 Student.

An den Sitzungen des Prüfungsausschusses nimmt der Leiter des Prüfungsamtes ohne Stimmrecht teil. Der Prüfungsausschuß wählt aus dem Kreis der Professoren seinen Vorsitzenden und dessen Stellvertreter. Die Amtszeit der Vertreter des wissenschaftlichen Personals beträgt drei Jahre, die der studentischen Vertreter ein Jahr.

(6) Der Prüfungsausschuß tagt nichtöffentlich. Er ist beschlußfähig, wenn nach rechtzeitiger Einladung mindestens drei Mitglieder oder deren Stellvertreter anwesend sind, darunter der Vorsitzende oder sein Stellvertreter. Der Prüfungsausschuß faßt seine Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.

(7) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses, deren Stellvertreter sowie der Leiter des Prüfungsamtes unterliegen der Amtsverschwiegenheit über alle mit der Prüfung einzelner Kandidaten zusammenhängenden Angelegenheiten. Sofern sie nicht im öffentlichen Dienst stehen, sind sie durch den Vorsitzenden aktenkundig zur Verschwiegenheit zu verpflichten.

§ 6

Prüfer und Beisitzer

(1) Die Prüfer und Beisitzer werden vom Prüfungsausschuß bestellt. Der Kandidat hat das Recht, für mündliche Fachprüfungen spätestens sechs Wochen vorher den Prüfer vorzuschlagen. Der Vorschlag begründet keinen Anspruch. Soweit möglich und vertretbar, sollte jedoch der Prüfungsausschuß dem Vorschlag des Kandidaten entsprechen. In der Regel werden die Beisitzer von den Prüfern ausgewählt und dem Prüfungsausschuß zur Bestätigung vorgeschlagen.

(2) Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses sorgt dafür, daß dem Kandidaten die Namen der Prüfer spätestens zwei Wochen vor Beginn der jeweiligen Prüfung durch Aushang bekanntgegeben werden.

(3) Die in der Fachrichtung Physik lehrenden Professoren und Hochschuldozenten können für alle Prüfungen ihres Fachgebietes zu Prüfern bestellt werden. Bestellt werden in der Regel die Hochschullehrer, die in dem der Prüfung vorausgehenden Studienabschnitt in den betreffenden Fächern eine eigenverantwortliche Lehrtätigkeit ausgeübt haben. Die an anderen Fakultäten der Universität Lehrenden können für Wahlpflichtfachprüfungen auf ihrem Fachgebiet zu Prüfern bestellt werden, sofern sie an ihrer Fakultät auf diesem Fachgebiet prüfungsberechtigt sind.

(4) Zum Beisitzer darf nur bestellt werden, wer mindestens die Diplomprüfung in Physik erfolgreich abgelegt hat oder eine gleichwertige Qualifikation besitzt.

(5) Für die Prüfer und Beisitzer gilt § 5 (7) entsprechend.

§ 7

Anrechnung von Studienzeiten, Studienleistungen

und Prüfungsleistungen

(1) Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen im Studiengang Physik an einer Universität oder einer gleichgestellten Hochschule im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes werden ohne Gleichwertigkeitsprüfung anerkannt. Dasselbe gilt für Diplom-Vorprüfungen. Soweit die Diplom-Vorprüfung Fächer nicht enthält, die an der Technischen Universität Dresden Gegenstand der Diplom-Vorprüfung, nicht aber der Diplomprüfung sind, ist eine Anerkennung mit Auflagen möglich. Die Anerkennung von Teilen der Diplomprüfung kann versagt werden, wenn die Fachprüfungen sowohl in Experimentalphysik als auch in Theoretischer Physik oder insgesamt mehr als zwei Fachprüfungen oder die Diplomarbeit anerkannt werden sollen.

(2) Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen in anderen Studiengängen werden anerkannt, soweit die Gleichwertigkeit festgestellt ist. Gleichwertigkeit ist festzustellen, wenn Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen in Inhalt, Umfang und in den Anforderungen denjenigen des Physikstudiums an der Technischen Universität Dresden im wesentlichen entsprechen. Dabei ist kein schematischer Vergleich, sondern eine Gesamtbetrachtung und Gesamtbewertung vorzunehmen.

Bei der Anerkennung von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen, die außerhalb des Geltungsbereiches des Hochschulrahmengesetzes erbracht wurden, sind die von Kultusministerkonferenz und Hochschulrektorenkonferenz gebilligten Äquivalenzvereinbarungen sowie Absprachen im Rahmen von Hochschulpartnerschaften zu beachten.

(3) Für Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen in staatlich anerkannten Fernstudien gelten die Absätze 1 und 2 entsprechend.

(4) Werden Studien- und Prüfungsleistungen anerkannt, so werden die Noten - soweit die Notensysteme vergleichbar sind - übernommen und nach Maßgabe dieser Prüfungsordnung in die Berechnung der Gesamtnote einbezogen. Bei unvergleichbaren Notensystemen wird der Vermerk "bestanden" aufgenommen. Eine Kennzeichnung der Anerkennung im Zeugnis ist zulässig.



(5) Bei Vorliegen der Voraussetzungen der Absätze 1 bis 3 besteht ein Rechtsanspruch auf Anerkennung. Die Anerkennung von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen, die im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes erbracht wurden, erfolgt von Amts wegen. Der Student hat die für die Anrechnung erforderlichen Unterlagen vorzulegen.

§ 8

Versäumnis, Rücktritt, Täuschung,

Ordnungsverstoß

(1) Der Student hat das Recht, bis zu einer Frist von drei Werktagen vor einem vereinbarten Prüfungstermin ohne Angabe eines Grundes von der Prüfung zurückzutreten. Den Rücktritt hat er persönlich beim Prüfungsamt zu erklären. Die in dieser Ordnung festgelegten Fristen bleiben davon unberührt.

(2) Eine Prüfungsleistung gilt als mit "nicht ausreichend" (5) bewertet, wenn der Kandidat einen Prüfungstermin ohne triftigen Grund versäumt oder wenn er nach Beginn der Prüfung ohne triftigen Grund von der Prüfung zurücktritt. Dasselbe gilt, wenn eine schriftliche Prüfungsleistung nicht innerhalb der vorgeschriebenen Bearbeitungszeit erbracht wird.

(3) Ein Kandidat, der eine Prüfungsleistung in Kenntnis eines Rücktrittsgrundes vollständig erbracht hat, kann sich anschließend nicht mehr auf das Vorliegen eines Rücktrittsgrundes berufen.

(4) Der für das Versäumnis oder den Rücktritt gemäß Abs. 2 geltend gemachte Grund muß dem Prüfungsausschuß unverzüglich schriftlich angezeigt und glaubhaft gemacht werden. Bei Krankheit des Kandidaten ist ein ärztliches Attest vorzulegen. In begründeten Zweifelsfällen kann ein Attest eines von der Hochschule benannten Arztes verlangt werden. Werden Gründe anerkannt, so wird ein neuer Prüfungstermin anberaumt. Die bereits vorliegenden Prüfungsergebnisse sind in diesem Fall anzurechnen.

(5) Versucht der Kandidat, das Ergebnis seiner Prüfungsleistungen durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen, gilt die betreffende Prüfungsleistung als mit "nicht ausreichend" (5) bewertet. Ein Kandidat, der den ordnungsgemäßen Ablauf der Prüfung stört, kann von dem jeweiligen Prüfer oder Aufsichtführenden in der Regel nach Abmahnung von der Fortsetzung der Prüfungsleistung ausgeschlossen werden; in diesem Fall gilt die betreffende Prüfungsleistung als mit "nicht ausreichend" (5) bewertet. In schwerwiegenden Fällen kann der Prüfungsausschuß den Kandidaten von der Erbringung weiterer Prüfungsleistungen ausschließen.

(6) Der Kandidat kann innerhalb einer Frist von zwei Wochen verlangen, daß die Entscheidungen nach Absatz (5) Satz 1 und 2 vom Prüfungsausschuß überprüft werden. Belastende Entscheidungen sind dem Kandidaten unverzüglich schriftlich mitzuteilen, zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.


§ 9

Bewertung von Prüfungsleistungen, Bildung der Noten

(1) Die Noten für die einzelnen Prüfungsleistungen werden von den jeweiligen Prüfern festgesetzt. Für die Bewertung der Prüfungsleistungen sind folgende Noten zu verwenden:

1

sehr gut eine hervorragende Leistung;

2

gut eine Leistung, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt;

3

befriedigend eine Leistung, die durchschnittlichen Anforderungen entspricht;

4

ausreichend eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt;

5

nicht ausreichend eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr genügt.

Zur differenzierten Bewertung können vom Prüfer Zwischenwerte durch Erniedrigen oder Erhöhen der Notenziffern um 0,3 gebildet werden. Die Noten 0,7; 4,3; 4,7 und 5,3 sind ausgeschlossen.

(2) Bei der Bildung der Gesamtnote für Diplom-Vorprüfung und Diplomprüfung gelten folgende Notenfestlegungen:

Notendurchschnitt

bis 1,5 = sehr gut,

bis 2,5 = gut,

bis 3,5 = befriedigend,

bis 4,0 = ausreichend.

(3) Eine Fachprüfung ist bestanden, wenn mindestens die Note "ausreichend" (4,0) erreicht wird.

(4) Bei der Bildung der Fachnoten und der Gesamtnote wird nur die erste Dezimalstelle hinter dem Komma ohne Rundung berücksichtigt.

§ 10

Wiederholung von Prüfungen

(1) Die Fachprüfungen der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung sowie die Diplomarbeit können, wenn sie nicht bestanden wurden oder als nicht bestanden gelten, jeweils einmal wiederholt werden. Fehlversuche an anderen Hochschulen sind anzurechnen.

(2) In Ausnahmefällen kann auf begründeten Antrag des Kandidaten durch den Prüfungsausschuß eine zweite Wiederholung der Fachprüfungen genehmigt werden. Der Antrag ist innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Bekanntgabe des Nichtbestehens der ersten Wiederholungsprüfung im Prüfungsamt einzureichen. Die Diplomarbeit kann nur einmal wiederholt werden.

(3) Die Wiederholung einer Fachprüfung ist als mündliche Prüfung durchzuführen und nur innerhalb eines Jahres nach Abschluß des ersten Prüfungsversuches möglich. Der Prüfungsanspruch erlischt bei Versäumnis der Wiederholungsfrist, es sei denn, der Kandidat hat das Versäumnis nicht zu vertreten.

(4) Bei einer Wiederholungsprüfung hat die Tatsache früheren Versagens auf die Note keinen Einfluß.

(5) Während einer Beurlaubung vom Studium ist die Wiederholung nicht bestandener Prüfungen möglich.

§ 11

Mündliche Fachprüfungen

(1) In den mündlichen Fachprüfungen soll der Kandidat nachweisen, daß er die Zusammenhänge des Prüfungsgebietes erkennt und spezielle Fragestellungen in diese Zusammenhänge einzuordnen vermag. Durch die mündlichen Fachprüfungen soll ferner festgestellt werden, ob der Kandidat über ein breites Grundlagenwissen verfügt.

(2) Mündliche Fachprüfungen werden vor mindestens zwei Prüfern (Kollegialprüfung) oder vor einem Prüfer in Gegenwart eines sachkundigen Beisitzers als Einzelprüfungen abgelegt.

(3) Die mündlichen Fachprüfungen dauern je Fach mindestens 30 und höchstens 60 Minuten.

(4) Wesentliche Inhalte, Ablauf und Ergebnis der Fachprüfung werden in einem Protokoll festgehalten. Es wird vom Prüfer und vom Beisitzer unterzeichnet und ist Bestandteil der Prüfungsakten.

(5) Die Prüfungsnote wird vom Prüfer nach Anhören des Beisitzers festgesetzt.

(6) Das Prüfungsergebnis ist dem Kandidaten nach jeder Prüfung durch den Prüfer mitzuteilen und auf Antrag zu begründen.

(7) Der Prüfungsausschuß läßt mit Zustimmung des Kandidaten und des Prüfers nach Maßgabe der räumlichen Verhältnisse auf Antrag bis zu drei Studierende des jeweiligen Faches, die sich zu einem späteren Prüfungstermin, aber nicht in derselben Prüfungsperiode, der gleichen Fachprüfung unterziehen wollen, als Zuhörer der mündlichen Fachprüfung zu. Die Zulassung erstreckt sich nicht auf die Beratung und die Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse. Wenn der ordnungsgemäße Ablauf der Prüfung durch die Zuhörer gestört wird, kann die Zulassung durch den Prüfer widerrufen werden.

(8) Der Prüfungszeitraum, die Namen der bestellten Prüfer sowie die Termine der einzelnen Fachprüfungen sind vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses mit Angabe der Meldefrist für die Bewerber spätestens acht Wochen vor Beginn der Prüfungen durch Aushang bekanntzugeben.

(9) Mündliche Fachprüfungen werden in der Regel innerhalb von vier Wochen vor Beginn und nach Beendigung der Vorlesungszeit jedes Semesters abgelegt. Termine für Wiederholungsprüfungen sind individuell zu vereinbaren und vom Prüfungsausschuß zu bestätigen.

(10) Die Anmeldung zu den mündlichen Fachprüfungen erfolgt in der Regel über Einschreiblisten, wobei der Kandidat den Prüfer im Rahmen des Angebotes wählen kann. Die Einschreiblisten werden spätestens fünf Wochen vor Prüfungsbeginn für mindestens zwei Wochen im Prüfungsamt ausgelegt.

§ 12

Schriftliche Fachprüfungen

(1) Schriftliche Fachprüfungen werden als Klausuren durchgeführt. In Klausuren soll der Kandidat nachweisen, daß er in begrenzter Zeit und mit begrenzten Hilfsmitteln ein Problem des betreffenden Faches erkennen und Wege zu dessen Lösung finden kann.

(2) Bewertungsgrundsätze und zugelassene Hilfsmittel für schriftliche Prüfungen müssen spätestens zu Beginn der betreffenden Lehrveranstaltung bekanntgegeben werden.

(3) Prüfungsklausuren sind in der Regel von zwei Prüfern zu bewerten. Die Note ist aus dem arithmetischen Mittel der differenzierten Bewertung der Prüfer unter Berücksichtigung von

§ 9 (4) zu bilden.

(4) Die Dauer einer schriftlichen Prüfung beträgt mindestens 90 und höchstens 240 Minuten.

(5) Das Bewertungsverfahren ist bei schriftlichen Prüfungen innerhalb von vier Wochen nach der Durchführung abzuschließen. Die Prüfungsergebnisse werden den Kandidaten durch das Prüfungsamt mitgeteilt.

§ 13

Leistungsnachweise

(1) Die für die Zulassung zur Diplom-Vorprüfung und Diplomprüfung geforderten Leistungsnachweise müssen so gestaltet sein, daß gesichert ist, daß der Studierende eine individuelle Leistung nachweist.

(2) Formen, Durchführung, zugelassene Hilfsmittel und Bewertungsgrundsätze der Leistungsnachweise für die einzelnen Lehrveranstaltungen sind zu Semesterbeginn durch die Lehrverantwortlichen bekanntzugeben.




2. Abschnitt: D I P L O M - V O R P R Ü F U N G

§ 14

Ziel, Umfang und Art der Diplom-Vorprüfung

(1) Durch die Diplom-Vorprüfung soll der Kandidat nachweisen, daß er in den grundlegenden Fächern Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben hat, die erforderlich sind, um das Studium mit Erfolg fortzusetzen.

(2) Die Diplom-Vorprüfung besteht aus mündlichen Fachprüfungen in den Fächern

- Experimentalphysik,

- Theoretische Physik,

- Mathematik,

- Nichtphysikalisches Wahlpflichtfach entsprechend Anlage 1 der Prüfungsordnung.

Die Fachprüfung im nichtphysikalischen Wahlpflichtfach kann auch schriftlich durchgeführt werden.

(3) Die Fachprüfungen beziehen sich auf die Gegenstände der in Anlage 2 der Prüfungsordnung aufgeführten Lehrveranstaltungen.

(4) Die Fachprüfungen sollen in der Regel vor dem Ende des vierten Fachsemesters abgelegt werden.

§ 15

Zulassungsvoraussetzungen

(1) Zur Diplom-Vorprüfung kann nur zugelassen werden, wer

1. das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife oder einer einschlägigen fachgebundenen Hochschulreife oder ein durch Rechtsvorschrift oder von der zuständigen staatlichen Stelle als gleichwertig anerkanntes Zeugnis besitzt,

2. mindestens das letzte Semester vor der Diplom-Vorprüfung als Studierender an der Technischen Universität Dresden eingeschrieben war,

3. die Frist für das Ablegen der Diplom-Vorprüfung nach § 4 (3) nicht überschritten hat.

(2) Zur mündlichen Prüfung im Fach "Experimentalphysik" kann nur zugelassen werden, wer

1. je einen Leistungsnachweis über die erfolgreiche Teilnahme an den physikalischen Grundpraktika 1 und 2,

2. zwei Leistungsnachweise zu den Lehrveranstaltungen der "Experimentalphysik" des 1. bis 3. Semesters erbracht hat.

(3) Zur mündlichen Prüfung im Fach "Theoretische Physik" kann nur zugelassen werden, wer einen Leistungsnachweis zur Mechanik oder Elektrodynamik erbracht hat.

(4) Zur mündlichen Prüfung im Fach "Mathematik" kann nur zugelassen werden, wer

1. einen Leistungsnachweis zur "Linearen Algebra" und

2. einen Leistungsnachweis "Mathematik 1" oder "Mathematik 2" erbracht hat.

(5) Zur Prüfung im "Nichtphysikalischen Wahlpflichtfach" kann nur zugelassen werden, wer einen Leistungsnachweis in dem entsprechenden Fach erbracht hat.

§ 16

Zulassungsverfahren
(1) Die Zulassung zur Diplom-Vorprüfung oder zu Teilen derselben ist spätestens vier Wochen vor Beginn der Fachprüfungen schriftlich zu beantragen. Dem Antrag ist eine Erklärung darüber beizufügen,


Bei der Antragstellung sind weiterhin Nachweise über die Erfüllung der in § 15 geforderten Zulassungsvoraussetzungen vorzulegen.

(2) Über die Zulassung zur Prüfung entscheidet der Prüfungsausschuß. Sie ist dem Kandidaten gleichzeitig mit den Namen der Prüfer spätestens zwei Wochen vor Prüfungsbeginn durch Aushang bekanntzugeben. Eine Ablehnung der Zulassung ist schriftlich zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen. Die Zulassung darf nur abgelehnt werden, wenn

  1. die in § 15 genannten Voraussetzungen nicht erfüllt sind oder
  2. die Unterlagen unvollständig sind oder
  3. der Kandidat die Diplom-Vorprüfung oder die Diplomprüfung im Studiengang Physik an einer Hochschule im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes endgültig nicht bestanden hat oder
  4. der Kandidat sich im Diplomstudiengang Physik in einem Prüfungsverfahren befindet.



§ 17

Bestehen der Diplom-Vorprüfung

(1) Die Diplom-Vorprüfung ist bestanden, wenn sämtliche Fachprüfungen mindestens mit der Note "ausreichend" (4,0) bewertet worden sind.

(2) Die Gesamtnote berechnet sich aus dem arithmetischen Mittel der einzelnen Fachnoten. Für die Bildung der Gesamtnote gilt § 9 (2).

§ 18

Zeugnis

(1) Ist die Diplom-Vorprüfung bestanden, wird dem Kandidaten unverzüglich ein Zeugnis ausgestellt, das die Fachnoten, die Namen der Prüfer und die Gesamtnote enthält.

(2) Das Zeugnis wird vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet. Als Datum des Zeugnisses ist der Tag anzugeben, an dem die letzte Prüfungsleistung erbracht wurde.

(3) Ist die Diplom-Vorprüfung nicht bestanden oder gilt sie als nicht bestanden, dann erteilt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses dem Kandidaten hierüber einen schriftlichen Bescheid, der auf bestehende Wiederholungsmöglichkeiten hinweist und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehen ist.

(4) Ist die Diplom-Vorprüfung nicht bestanden, so wird dem Kandidaten auf Antrag eine Bescheinigung ausgestellt, die die erbrachten Prüfungsleistungen und deren Noten sowie die zur Diplom-Vorprüfung noch fehlenden Prüfungsleistungen enthält und erkennen läßt, daß die Diplom-Vorprüfung nicht bestanden ist.


3. Abschnitt: D I P L O M P R Ü F U N G

§ 19

Umfang und Art der Diplomprüfung

(1) Die Diplomprüfung besteht aus den Fachprüfungen und der Diplomarbeit.

(2) Die Fachprüfungen sind als mündliche Prüfungen in folgenden Fächern abzulegen:

- Experimentalphysik,

- Theoretische Physik,

- physikalisches Wahlpflichtfach nach Anlage 3 der Prüfungsordnung,

- nichtphysikalisches Wahlpflichtfach nach Anlage 4 der Prüfungsordnung; die Wahl eines Faches, das nicht in dieser Anlage aufgeführt ist, bedarf der Zustimmung des Prüfungsausschusses im Einzelfall.

Die Fachprüfung im nichtphysikalischen Wahlpflichtfach kann auch schriftlich durchgeführt werden.

(3) Die Fachprüfungen sind vor Beginn der Diplomarbeit abzulegen. Die Fachprüfungen in Experimentalphysik und in Theoretischer Physik sind in einem Zeitraum von vier Wochen abzulegen, es sei denn, mindestens eine dieser Prüfungen wird vor dem achten Semester abgelegt. Die Prüfung im physikalischen Wahlpflichtfach kann während der Einarbeitungszeit in die Diplomarbeit stattfinden. Über Ausnahmen entscheidet der Prüfungsausschuß auf Antrag des Kandidaten.

(4) Die Fachprüfungen beziehen sich auf die Gegenstände der in Anlage 5 der Prüfungsordnung aufgeführten Lehrveranstaltungen.

§ 20

Zulassung

(1) Zur Diplomprüfung kann nur zugelassen werden, wer

1. das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife, einer einschlägigen fachgebundenen Hochschulreife oder ein durch Rechtsvorschrift oder von der zuständigen staatlichen Stelle als gleichwertig anerkanntes Zeugnis besitzt,

2. an der Technischen Universität Dresden eingeschrieben ist,

3. die Frist nach § 4 (4) nicht überschritten hat,

4. die Diplom-Vorprüfung im Studiengang Physik bestanden oder gemäß § 7 als gleichwertig anerkannte Prüfungsleistungen erbracht hat,



5. folgende Nachweise erbracht hat:

a) einen Leistungsnachweis zum Physikalischen Fortgeschrittenenpraktikum,

b) einen Leistungsnachweis zu einem Hauptseminar,

c) zwei Leistungsnachweise aus den für das 4. bis 6. Semester angebotenen Lehrveranstaltungen zum Kurs "Experimentalphysik",

d) zwei Leistungsnachweise aus den für das 4. bis 7. Semester angebotenen Lehrveranstaltungen zum Kurs "Theoretische Physik",

e) einen Leistungsnachweis in einem physikalischen Wahlpflichtfach (in experimentellen Wahlpflichtfächern in der Regel über Teilnahme am Laborpraktikum),

f) einen Leistungsnachweis in einem nichtphysikalischen Wahlpflichtfach,

g) einen Nachweis über das Studium generale (Anlage 6),

h) Nachweis über Fremdsprachenkenntnisse oder eine Fremdsprachenausbildung entsprechend einem Umfang von 4 SWS.

Der Prüfungsausschuß legt in Absprache mit der anbietenden Fakultät bzw. Einrichtung die Form des Nachweises zu Buchstaben g) und h) fest.

(2) Für die Zulassung zur Fachprüfung im nichtphysikalischen Wahlpflichtfach sind die in Absatz 1 unter Ziffer 1 bis 4 genannten Voraussetzungen sowie der Nachweis gemäß Absatz 1, Ziffer 5, Buchstabe f) ausreichend.

(3) Die Bestimmungen des § 16 gelten sinngemäß.

§ 21

Diplomarbeit

(1) Die Diplomarbeit ist sowohl Bestandteil der wissenschaftlichen Ausbildung als auch der Diplomprüfung. Mit der Diplomarbeit soll der Kandidat zeigen, daß er in der Lage ist, ein definiertes physikalisches Problem innerhalb einer vorgegebenen Frist unter Anleitung, jedoch weitgehend selbständig, wissenschaftlich zu bearbeiten und die Ergebnisse darzustellen.

(2) Diplomthemen werden in der Regel in Absprache zwischen Kandidat und ausgebendem Hochschullehrer festgelegt. Weitere Themen werden ausgeschrieben.

(3) Die Berechtigung zur Aufgabenstellung für Diplomarbeiten haben die Professoren und Hochschuldozenten der Fachrichtung Physik. Der Prüfungsausschuß kann diese Berechtigung auch weiteren Professoren und Hochschuldozenten der Technischen Universität und anderer Hochschulen erteilen.

(4) Auf Antrag des Kandidaten sorgt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses dafür, daß jener rechtzeitig ein Thema für eine Diplomarbeit erhält. Wenn der Kandidat alle Fachprüfungen der Diplomprüfung abgelegt hat, aber innerhalb von drei Monaten nach diesem Zeitpunkt ein Thema für die Diplomarbeit weder erhalten noch beim Vorsitzenden des Prüfungsausschusses beantragt hat, teilt ihm dieser von Amts wegen ein Thema zu.



(5) Thema und vorgesehener Beginn einer Diplomarbeit sind vom Kandidaten nach Gegenzeichnung durch den ausgebenden Hochschullehrer unverzüglich beim Prüfungsamt einzureichen. Die Ausgabe des Themas mit Angabe des Abgabetermins erfolgt über den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses und ist aktenkundig zu machen.

(6) Die Bearbeitungszeit für die Diplomarbeit beträgt neun Monate; ihr geht eine Vorbereitungs- und Einarbeitungszeit von drei Monaten voraus. Der ausgebende Hochschullehrer hat zu sichern, daß die Aufgabe so gestellt ist, daß die vorgegebene Frist eingehalten werden kann. Im Einzelfall kann der Vorsitzende des Prüfungsausschusses die Bearbeitungszeit auf begründeten und durch den ausgebenden Hochschullehrer befürworteten Antrag des Kandidaten um höchstens drei Monate verlängern.

(7) Das Thema der Diplomarbeit kann nur einmal und nur innerhalb der ersten zwei Monate nach Ausgabetermin zurückgegeben werden.

(8) Bei der Abgabe der Diplomarbeit hat der Kandidat schriftlich zu versichern, daß er seine Arbeit selbständig verfaßt, keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt sowie Leistungen anderer nicht als seine eigenen ausgegeben hat.

§ 22

Annahme und Bewertung der Diplomarbeit

(1) Die Diplomarbeit ist vom Kandidaten fristgemäß in dreifacher Ausfertigung im Prüfungsamt abzugeben. Der Abgabetag ist in Anwesenheit des Kandidaten aktenkundig zu machen. Wird die Diplomarbeit nicht fristgemäß abgegeben, gilt sie als mit "nicht ausreichend" (Note 5) bewertet.

(2) Die Diplomarbeit ist vom ausgebenden Hochschullehrer und einem weiteren Gutachter zu beurteilen. Der zweite Gutachter ist auf Vorschlag des ausgebenden Hochschullehrers und des Kandidaten vom Prüfungsausschuß aus dem Kreis der in § 21 (3) genannten Hochschullehrer zu bestellen. Als Zweitgutachter kann der Prüfungsausschuß für einzelne Diplomarbeiten auch sonstige in Forschung und Lehre erfahrene promovierte Personen, die auf dem Gebiet der Diplomarbeit besondere Kenntnisse besitzen, als Gutachter zulassen. Kommt ein solcher Vorschlag nicht zustande, entscheidet der Prüfungsausschuß.

(3) Dem ausgebenden Hochschullehrer und dem zweiten Gutachter wird vom Prüfungsamt unverzüglich nach Eingang je ein Exemplar der Diplomarbeit zugestellt. Die Gutachten sollen dem Prüfungsausschuß innerhalb von vier Wochen nach Erhalt der Arbeit übergeben werden.

(4) Für die Gutachter gilt § 5 (7) entsprechend.

(5) Die Note der Diplomarbeit wird als arithmetisches Mittel der beiden Gutachternoten gemäß § 9 gebildet und bezeichnet. Wird die Diplomarbeit von einem der Gutachter mit der Note 5 bewertet, so wird ein dritter Gutachter vom Prüfungsausschuß bestellt. Bewertet dieser die Diplomarbeit mit "ausreichend" oder besser, dann wird das Gutachten mit der Bewertung "nicht ausreichend" nicht berücksichtigt; lautet die Bewertung des dritten Gutachters "nicht ausreichend", wird die Diplomarbeit mit "nicht ausreichend" (Note 5) bewertet.

§ 23

Zusatzfächer

Der Kandidat kann sich in weiteren als den vorgeschriebenen Fächern einer Prüfung unterziehen (Zusatzfächer). Das Ergebnis der Prüfung in diesen Fächern wird bei der Festsetzung der Gesamtnote nicht mit einbezogen, kann aber auf Antrag des Kandidaten auf dem Zeugnis ausgewiesen werden.

§ 24

Bewertung der Prüfungsleistungen, Bildung der Noten

und Bestehen der Diplomprüfung

(1) Die Diplomprüfung ist bestanden, wenn sämtliche Fachprüfungen und die Diplomarbeit mindestens mit der Note "ausreichend" (4,0) bewertet worden sind.

(2) Die Gesamtnote berechnet sich aus dem arithmetischen Mittel der Noten der Fachprüfungen und der beiden Gutachternoten der Diplomarbeit.

(3) Die Gesamtnote wird entsprechend § 9 bezeichnet. Bei einer Gesamtnote bis 1,1 lautet das Gesamturteil "mit Auszeichnung bestanden".

§ 25

Zeugnis

(1) Hat der Kandidat die Diplomprüfung bestanden, so erhält er über die Ergebnisse ein Zeugnis. In dieses Zeugnis werden aufgenommen

- die Gesamtnote,

- die in den Fachprüfungen erzielten Noten,

- die Namen der Prüfer,

- das Thema und die Note der Diplomarbeit,

- der Name des ausgebenden Hochschullehrers der Diplomarbeit.

Ferner können auf Antrag des Kandidaten das Ergebnis der Prüfungen in den Zusatzfächern (§ 23) und die bis zum Abschluß der Diplomprüfung benötigte Fachstudiendauer in das Zeugnis aufgenommen werden.

(2) Das Zeugnis trägt das Datum des Tages, an dem die letzte Prüfungsleistung erbracht worden ist. Es wird vom Dekan und dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet und mit dem Siegel der Universität versehen.

(3) § 18 (3) und (4) gelten entsprechend.

§ 26

Diplomurkunde

(1) Zusammen mit dem Zeugnis wird dem Kandidaten eine Diplomurkunde ausgehändigt. Darin wird die Verleihung des akademischen Grades "Diplom-Physiker" oder "Diplom-Physikerin" (Dipl.-Phys.) beurkundet.

(2) Die Diplomurkunde trägt das Datum des Zeugnisses. Sie wird vom Rektor der Technischen Universität Dresden und dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet und mit dem Siegel des Rektors der Universität versehen.

4. Abschnitt: S C H L U S S B E S T I M M U N G E N

§ 27

Gültigkeit der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung

(1) Hat der Kandidat bei einer Prüfungsleistung im Sinne von § 8 (5) getäuscht und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Zeugnisses bekannt, kann der Prüfungsausschuß nachträglich die Prüfung für ganz oder teilweise nicht bestanden erklären.

(2) Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zu einer Prüfung nicht erfüllt, ohne daß der Kandidat hierüber täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Zeugnisses bekannt, so wird dieser Mangel durch das Bestehen der Prüfung geheilt. Hat der Kandidat die Zulassung vorsätzlich zu Unrecht erwirkt, so entscheidet der Prüfungsausschuß über die Rücknahme der Zulassung und die Gültigkeit der Prüfung.

(3) Dem Kandidaten ist vor einer Entscheidung nach den Absätzen 1 und 2 Gelegenheit zur Äußerung zu geben.

(4) Das unrichtige Prüfungszeugnis ist einzuziehen und gegebenenfalls ein neues zu erteilen.

(5) Wird die Diplom-Prüfung für ungültig oder für nicht bestanden erklärt, spricht der Prüfungsausschuß die Aberkennung des Diplomgrades aus. Die Diplomurkunde und das Prüfungszeugnis sind einzuziehen.

(6) Eine Entscheidung nach Absatz 1 und 2 Satz 2, ist nach einer Frist von fünf Jahren ab dem Datum des Prüfungszeugnisses ausgeschlossen.

§ 28

Einsicht in die Prüfungsakten

(1) Nach Abschluß der Diplom-Vorprüfung und/oder der Diplomprüfung wird dem Kandidaten auf Antrag Einsicht in seine schriftlichen Prüfungsarbeiten, in Prüfungsprotokolle und die Gutachten zur Diplomarbeit gewährt.

(2) Der Antrag ist binnen eines Jahres nach Aushändigung des Prüfungszeugnisses beim Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu stellen. Der Vorsitzende bestimmt Zeit und Ort der Einsichtnahme im Einvernehmen mit dem Antragsteller.

§ 29

Sonderregelungen

Macht ein Kandidat durch ein ärztliches Zeugnis glaubhaft, daß er wegen länger andauernder oder ständiger körperlicher Behinderung nicht in der Lage ist, eine Prüfung oder einen Leistungsnachweis ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form abzulegen, hat der Vorsitzende des Prüfungsausschusses dem Kandidaten zu gestatten, gleichwertige Prüfungs- und Studienleistungen in einer anderen Form zu erbringen.

§ 30

Widerspruch

Gegen eine Entscheidung des Prüfungsausschusses kann schriftlich oder zur Niederschrift beim Vorsitzenden des Prüfungsausschusses Widerspruch eingelegt werden.

§ 31

Einführungsbestimmungen

(1) Diese Diplomprüfungsordnung tritt am 01. Oktober 1996 in Kraft und wird in den Amtlichen Bekanntmachungen der Technischen Universität Dresden veröffentlicht.

(2) Die Prüfungsordnung in der geänderten Fassung gilt für die ab Wintersemester 1996/97 immatrikulierten Studenten. Für alle früher immatrikulierten Studenten gilt die Prüfungsordnung vom 23.11.94.




Dresden, den 15. 05. 96



Der Rektor

der Technischen Universität Dresden



Prof. Dr. rer. nat. habil. A. Mehlhorn


Anlage 1

Nichtphysikalisches Wahlpflichtfach im Grundstudium

(zu §§ 14 (2), 15 (5) DPOP)

Für die Zulassung zur Diplom-Vorprüfung wird die erfolgreiche Teilnahme an einem Fach gefordert, das außerhalb des engeren Bereiches der Physik liegen muß und im Umfang von 8 SWS angeboten wird. Dieses Fach ist Prüfungsfach in der Diplom-Vorprüfung.

Die Fachrichtung Physik garantiert die Ausbildung in folgenden Fächern:

- Chemie

Die Nennung des Faches Chemie an erster Stelle beruht auf der großen Bedeutung des "Umgehens mit Stoffen" für den Physiker.

- Elektronik

Auf schriftlichen Antrag des Studenten kann der Prüfungsausschuß in begründeten Fällen ein anderes Fach zulassen. In dem Fach müssen neben Vorlesungen auch Praktika und/oder Übungen vorgesehen sein.

Anlage 2

Lehrveranstaltungen, auf deren Gegenstände sich die Fachprüfungen der Diplom-Vorprüfung beziehen

( § 14 (3) DPOP)

Gegenstand der Fachprüfungen sind alle Stoffgebiete der den Prüfungsfächern zugeordneten Lehrveranstaltungen.

Experimentalphysik:

Mechanik, Schwingungen, Wellen, Wärmelehre, Optik, Elektrizität und Magnetismus, relativistische Physik, Quantenphysik, Grundpraktikum 1 und 2.

Theoretische Physik:

Mechanik

Elektrodynamik

Mathematik:

Mathematik, Teile 1 - 4

Lineare Algebra

Nichtphysikalisches Wahlpflichtfach entsprechend Anlage 1:

Spezifizierung nach Maßgabe des zuständigen Hochschullehrers


Anlage 3

Physikalische Wahlpflichtfächer

(§§ 19(2), 20(1, Ziffer 5) DPOP)

Angewandte Physik

Festkörperphysik

Kern- und Teilchenphysik

Theoretische Physik



Anlage 4

Nichtphysikalisches Wahlpflichtfach im Hauptstudium

(§§ 19(2), 20(1, Ziffer 5) DPOP)

Für die Zulassung zur Diplomprüfung wird die erfolgreiche Teilnahme an einem Fach aus dem mathematischen, naturwissenschaftlichen (nichtphysikalischen) oder ingenieurwissenschaftlichen Bereich gefordert, das im Umfang von 8 SWS angeboten wird. Dieses Fach ist Prüfungsfach in der Diplomprüfung. Die Wahl eines Faches, das außerhalb des genannten Bereiches liegt bzw. in der folgenden Liste nicht aufgeführt ist, bedarf der Zustimmung durch den Prüfungsausschuß auf Antrag des Studenten; die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel vier Wochen.

Die Fachrichtung Physik hat mit den zuständigen Fachrichtungen der TU Dresden die Ausbildung in folgenden nichtphysikalischen Wahlpflichtfächern abgesprochen:

Angewandte Geologie

Chemie

Elektronik

Informatik

Ingenieurpädagogik

Kerntechnik

Mathematik

Meßtechnik/Umweltschutztechnik

Philosophie

Physikalisch-technische Anwendungen in der Medizin

Werkstoffwissenschaft

Details und verantwortliche Hochschullehrer sind den Informationen im Prüfungsamt zu entnehmen.




Anlage 5

Lehrveranstaltungen, auf deren Gegenstände sich die Fachprüfungen der Diplomprüfung beziehen

(§ 19(4) DPOP)

Gegenstände der Fachprüfungen können alle Stoffgebiete der den Prüfungsfächern zugeordneten Lehrveranstaltungen einschließlich der in der Diplom-Vorprüfung geforderten Grundlagen sein.

Experimentalphysik:

Angewandte Physik,

Atom- und Molekülphysik,

Festkörperphysik,

Kern- und Teilchenphysik,

Fortgeschrittenenpraktikum,

Theoretische Physik:

Quantentheorie 1 und 2

Thermodynamik und Statistische Physik,

eine Lehrveranstaltung aus dem Angebot "Theoretische Physik" mit Wahlmöglichkeit für das 7. Semester.

Physikalisches Wahlpflichtfach:

Auswahl aus dem Angebot entsprechend Liste in Anlage 3.

Spezifizierung nach Maßgabe des zuständigen Hochschullehrers, Prüfung zu Lehrveranstaltungen im Gesamtumfang von 12 SWS (Vorlesungen, Praktika)

Nichtphysikalisches Wahlpflichtfach:

Auswahl in der Regel aus der Liste in Anlage 4.

Spezifizierung nach Maßgabe des zuständigen Hochschullehrers, Prüfung zu Lehrveranstaltungen im Gesamtumfang von 8 SWS.


Anlage 6

Studium generale

(§ 20(1, Ziffer 5) DPOP)

Für die Zulassung zur Diplomprüfung wird ein Nachweis im Studium generale im Umfang von 4 SWS gefordert. Die Lehrveranstaltungen sind aus dem Angebot der im Vorlesungsverzeichnis der Technischen Universität Dresden als für das Studium generale geeignet bezeichneten Lehrveranstaltungen auszuwählen. Der Nachweis im Studium generale darf sich nicht auf das belegte nichtphysikalische Wahlpflichtfach beziehen.

______________

1) Die Begriffe Kandidat, Prüfer usw. werden in dieser Ordnung aus Gründen der Lesbarkeit nur in maskuliner Form aufgeführt. Gemeint sind jedoch stets sowohl Frauen als auch Männer.